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5 häufige Fragen und Mythen zum Thema Barfuß

geschrieben von Lucas B in | 27.08.2017 | Keine Kommentare

Ich bin schon seit mehreren Jahren überzeugter Anhänger des Barfuß Lebenstils. In diese Zeit wurden mir schon so einige Fragen zum Thema Barfuß gestellt. Diese Frage oder nennen wir sie direkt Mythen beantworte ich dir in diesem Artikel.

5 Fragen und Mythen zum Thema Barfuß

Die Fragen und Mythen beziehen sich übrigens nicht nur auf das reine Barfußgehen, sondern auch auf den Einsatz von Barfußschuhen.

Bekommt man nicht dicke Hornhaut vom Barfußgehen?

Die Frage nach Hornhaut ist meist eine der Ersten. Dabei trifft das nicht zu. Vom Barfußgehen bekommt man eine Sohlenhaut oder auch Lederhaut. Das ist nicht mit einer Hornhaut gleichzusetzten und sieht auch ganz anders aus.

Hornhaut ist abgestorbenes und damit totes Gewebe. Die Hornhaut einsteht durch Druck und Reibung. Also zum Beispiel durch das Tragen von zu engen Schuhen. Im Fachjargon nennt sie sich übrigens Hornschwiele.

Lederhaut hingegen ist ein Fettgewebe. Das klingt zunächst fies, ist es aber nicht. Von außen ist die Lederhaut auch nicht wirklich ersichtlich. Die Lederhaut dient als natürliches Polster zwischen Untergrund und den Kochen vom Fuß.  Die Bezeichnung im Fachbereich hierfür ist Dermis.

Bekommt man keine Plattfüße vom Barfußgehen?

Auf die Frage der Hornhaut folgt meist das Stichwort Plattfuß. Bekommt man durch Barfußlaufen nicht Plattfüße oder durchgetretene Füße? Nein, ganz im Gegenteil bekommt man durch das Laufen ohne Schuhe, Barfuß, stärkere Füße.

Durch den unterschiedlichen Untergrund wird unsere Fußmuskulatur stark gefordert und damit auch trainiert. So bekommen wir muskulöse Füße. Wie im Kraftsport trainiert der Wiederstand und macht stark. Eventuell werden die Füße etwas breiter, jedoch nicht platt und ausgetreten.

Viel mehr führen herkömmliche Schuhe zu schwachen Füßen. Sie werden im Fußbett, welches seinem Namen alle Ehre macht, stillgelegt. Die Füße sind in Schuhen permanent dem selben Untergrund sowie der selben Belastung ausgesetzt. Die Außenwelt ist im Grunde abgeschottet.

Ist das Verletzungsrisiko nicht hoch?

Auf den ersten Blick mag das so scheinen, doch es ist nicht der Fall. Wieder ist eher das Gegenteil der Fall. Klassische Verletzungen wie das Umknicken sind zum Bespiel deutlich geringer, da wir durch das Barfußgehen eine deutlich bessere Kontrolle haben. Wir sind viel besser und enger mit dem Boden verbunden.

Die komplette Fußstruktur, wie auch eben schon angesprochen, wird deutlich besser ausgeprägt. Somit wird auch Verletzungen an Bändern oder Sprunggelenken vorgebeugt. Mit auch durch die gestärkte Fußmuskulatur.

Du hast vermutlich aber an die Fußsohle Gedacht. An Glasscherben oder andere spitze Gegenstände auf dem Boden. Auch hier schützt natürlich die ausgeprägtere Fußmuskulatur sowie Lederhaut. Doch ein weiterer Punkt ist die Aufmerksamkeit. Bist du barfuß unterwegs, gehst du deutlich aufmerksamer durch die Welt. Du walzt nicht über alles drüber und gehst um Scherben oder auch zu spitze Gegenstände herum.

Besonders beim Wandern fällt mir immer wieder auf, wie mit dicken Wanderschuhen alles platt gemacht wird. Wie eine Dampfwalze wird durch die Natur geprescht. Mit Barfußschuhen ist das Erlebnis hier übrigens auch deutlich besser und aufregender. Und wofür gehen wir wandern? Primär doch um die Natur zu genießen.

Interessant ist auch, wie empfindlich Schuhträger werden. In meinem Urlaub bin ich mit Freunden ohne Schuhe über Felsen an der Küste geklettert. Wo diese an jeder Stelle meinten die Steine tun doch weh, habe ich das nicht gemerkt. Ein hoch auf die starken Füße durch Barfußgehen.

Hast du keine kalten Füße?

Immer wieder, wenn ich mal ohne Schuhe unterwegs bin, werde ich angesprochen: "Hast du keine kalten Füße?". Auch mein Nachbar wundert sich schon, wenn ich nur Barfuß denn Müll vor die Tür bringe.

Nein, ich habe keine kalten Füße und auch du wirst keine kalten Füße haben. Warum? Wie ich schon eben angesprochen habe wird die Fußmuskulatur deutlich mehr beansprucht. Dadurch werden die Füße auch deutlich besser durchblutet. So gibt es keine kalten Füße.

Im Winter müssen wir hier eventuell etwas unterstützen. Doch auch hier spricht nichts gegen Barfußschuhe sowie die richtigen Socken. Auch unsere Vorfahren, welche Barfuß unterwegs waren, haben sich im Winter Fell um die Füße gewickelt. Wo ich im Sommer meine Barfußschuhe immer ohne Socken trage, kommen bei mir im Winter auch öfters Socken an die Füße.

Meist tritt das Problem auch erst auf wenn man lange steht. Bewegt man sich, wird der Stoffwechsel sowie die Durchblutung besser angeregt. Auch ist der Bodenkontakt in Bewegung kürzer. Wenn du im Winter doch länger stehst, wie zum Beispiel auf dem Weihnachtsmarkt zieh dir dicke Schuhe an. Nein, natürlich nicht. Pack dir einfach ein paar Socken und das Problem ist aus der Welt.

Macht Barfußgehen nicht Krank und führt zur Blasenentzündung?

Die Ursache für eine Blasenentzündung sind Bakterien und Viren. Über den Füß können diese in der Regel überhaupt nicht übertragen werden. Es sei denn du hast eine offene Wunde am Fuß. Hinzu kommt, dass Infektionen durch ein schwaches Immunsystem und nicht durch Barfußgehen entstehen.

Es kann jedoch sein, dass du öfters pinkeln musst. Die Ursache dafür ist aber keine Blasenentzündung, sondern ein deutlich aktiverer Stoffwechsel. Das ist nicht mit einer Blasen- oder auch Nierenentzündung zu verwechseln. Beides verursacht große Schmerzen, woran du den Unterschied schon erkennen kannst.

Abschließende Worte & Empfehlung

Falls du Barfußläufer bist kannst du spätestens jetzt jedem kompetent diese Fragen beantworten und helfen die Mythen aus der Welt zu räumen.

Eine weitere Frage wird mir häufig gestellt, hat jedoch nichts mit den Vorteilen oder der Gesundheit zu tun. Sie bezieht sich auf die Thematik Barfußschuhe: "Welchen Barfußschuh trägst du?".

Ich selbst bin großer Fan der Modelle von Sole Runner. Speziell dem FX Trainer*. Aus meiner Sicht bietet Sole Runner das beste Barfußgefühl. Das bestätigen auch einige andere. Des Weiteren ist noch Vivobarefoot* ein nennenswerter Hersteller. Leguano* hat auch noch gut Schuhe, welche sich jedoch in einem höheren Preissegment bewegen.

Von den Vibram FiveFingers*, welche enorm populär sind, bin ich kein großer Freund. Dort fällt nach meinen Erfahrungen das Barfußgefühl geringer aus und auch die Optik halt ich meist für ungünstig. Konkreter habe ich das Thema im Artikel "Barfußschuhe vs Zehenschuhe" diskutiert.

Warum überhaupt Barfußgehen und Barfußschuhe? Das beantwortet dir der Artikel "Warum Barfußlaufen?" Barfußschuhe haben übrigens auch einen sehr positiven Effekt auf das Krafttraining, was ich hier behandelt habe.
Tags: Barfuß, Mythen Der Artikel wurde von geschrieben und am veröffentlicht.
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Geschrieben von Lucas B
Lucas ist einer der Betreiber und Entwickler von buffcoach. Obwohl er im Bereich der IT tätig ist, nehmen Sport und Ernährung einen sehr großen Anteil seines Lebens ein. Er trainiert im Bereich des Kraftsports nach Grundlagen von Crosstraining. Sein Ziel ist es stark und fit zu sein. Eine gesunde Ernährung ist damit eng verbunden. Sein Wissen teilt er auf buffcoach.net im Magazin und Forum.
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