Die Böse Seite der Aktivitätstracker

Geschrieben von Lucas B | Veröffentlicht am 16.11.2015 | Keine Kommentare
Die Böse Seite der Aktivitätstracker ©gruntzooki, Flickr unter CC BY-ND 2.0 Aktivitätstracker sind richtig im Trend. Leute fahren total darauf ab ihre Aktivitäten in Zahlen und Kurven zu sehen. Ob Aktivitätstracker als Armband oder nur als App auf dem Smartphone. Hast du dir Gedanken über die Risiken und Nebenwirkungen vom stetigen Aufzeichnen deines Lebens gemacht? Mit etwas Skepsis und Fantasie lassen sich enorme Probleme und Gefahren an den Aktivitätstrackern vermerken.

Was machen die Aktivitätstracker?

Aktivitätstracker sind in der Regel 24 Stunden aktiv. Sie zeichnen jeden Schritt und jede Minute Schlaf auf. Bei den neueren Modellen werden sogar der Puls und eventuell noch eine Ortung per GPS hinzugenommen. Nicht selten wird bei den Systemen auch die Ernährung eingetragen um die aufgenommenen Kalorien zu zählen.

Du erstellst dein Profil

Zur Anmeldung gibst du natürlich deine Daten wie Name, Geburtstag, Gewicht und Größe ein. Selbst wenn du hier lügst, gibst du mit sehr großer Wahrscheinlichkeit passende Werte ein um auch ein realistisches Ergebnis zu erhalten. Was bringt dir denn ein Konto, welches dir komplett sinnlose Werte liefert. Für viele Berechnungen sind die Werte einfach notwendig. Besonders wenn du ein Aktivitätstracker in Hardwareform (z. B. Armband) besitzt wirst du das Geld kaum verschwenden.

Datenschutz adé

Du denkst das ist anonym? Du bist schlau und hast einen falschen Namen angegeben. Deine Adresse ist doch auch nicht zwangsläufig hinterleg. Die können dir doch nichts. Hast du mal überlegst über welches Gerät das Ganze abläuft? Dein Smartphone bietet in der Regel die Schnittstelle und den einfachsten Weg die Daten zu synchronisieren. Mehr ist nicht notwendig. Über dein Smartphone ist die Verbindung zu dir geschaffen.

Datenkraken machen Datenbanken

Hast du dir schon mal Gedanken darüber gemacht, wo die Daten hingehen? Jeder Anbieter sendet die aufgezeichneten Daten an sein eigenes Portal. Natürlich Online angebunden, damit du alle Daten Live und mit schönen Grafen von überall einsehen kannst. Die Historie ist doch schön oder? Natürlich ist sie das aber nicht nur für dich. Die Anbieter sammeln und profitieren! Sie verfügen über ein immenses Wissen über deinen Lebensstil sowie deine Gesundheit. Sie wissen ob du viel Sport treibst, dich viel bewegst ausreichend schläfst und eventuell sogar was und wie viel du isst.

Aktivitätstracker sind vermeintlich sogar noch größere Datenkranken als Google und Facebook. Wobei Google selbst auch in diesem Bereich tätig ist. Natürlich habe ich keinen Einblick in die Datenbank von Fitbit. Aber gerne würde ich mal hineinsehen. Die Mengen an Daten müssen unglaublich sein. Selbst ohne Namen sind die Profile enorm wertvoll. Womöglich erklärt auch das die Bewegung der Aktie von Fitbit an der Börse.

Na und?

Eine häufige Reaktion ist die Gleichgültigkeit. Sollen die Anbieter doch Daten sammeln. Was haben die davon und was wollen die damit schon machen? Eine ganze Menge. Schau dir die Daten an, welche du übermittelst. Aktivität, Schlaf und Gesundheit. Für Krankenkassen und Arbeitgeber von enormer Bedeutung. Ein Profil über deine Gesundheit verrät so einiges über deine Person. Krankenkassen können dich ablehnen oder die Beiträge anpassen. Arbeitgeber können sich im Voraus gegen dich entscheiden, da du durch Inaktivität oder zu wenige Schlaf einfach ein Gefahrenpotential für einen kranken Mitarbeiter bist. Das wären unnötige Kosten für den Betrieb.

Du bist ein zahlender Mitarbeiter

Meist sind die Aktivitätstracker nicht günstig. Die Bänder kosten in der Regel mindestens 100 Euro und auch weit mehr. Je nach Ausstattung und Leistung. Zum Teil fallen sogar monatliche Kosten an. Das ist zum Beispiel bei Bodymedia* der Fall. Ist das nicht interessant? Du zahlst dafür, dass du einem Unternehmen Daten verschaffst. Du hilfst Profile zu erstellen und statt dafür Geld zu erhalten löhnst du auch noch für deine Arbeit? Ein faszinierender Punkt – Du bist ein zahlender Mitarbeiter und lieferst dem Unternehmen doppelten Profit.

Schau in die Zukunft

Ich muss natürlich zugeben, dass ich viel in das Thema reininterpretiert habe. Das Ganze grenzt schon an einer Verschwörungstheorie. Ich selbst finde solche Aufzeichnungen auch sehr interessant und habe auch schon Aktivitätstracker getestet sowie verwendet. Sie sind ein interessantes Gadget und Spielzeug. Ich möchte dir die Produktlinie auch nicht schlecht reden. Aktuell trage ich auch den Fitbit Charge HR*. Dieser Artikel soll dir lediglich einen Denkanreiz geben. Ich möchte etwas auf die Möglichkeiten und tieferen Hintergründe der Tracker nahebringen. Ich will etwas auf die Zukunft verweisen. Jetzt magst du noch sportlich sein. Aber auch das könnte sich ändern. Von Hauptberuf bin ich Informatiker. Über den Wert von solchen Daten bin ich mir daher bewusst.
vgwort
Tags: Aktivitätstracker Der Artikel wurde von geschrieben und am veröffentlicht.
Geschrieben von Lucas B
Lucas ist einer der Betreiber und Entwickler von buffcoach. Obwohl er im Bereich der IT tätig ist, nehmen Sport und Ernährung einen sehr großen Anteil seines Lebens ein. Er trainiert im Bereich des Kraftsports nach Grundlagen von Crosstraining. Sein Ziel ist es stark und fit zu sein. Eine gesunde Ernährung ist damit eng verbunden. Sein Wissen teilt er auf buffcoach.net im Magazin und Forum.
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