Das richtige Schuhwerk für Kreuzheben

Geschrieben von Lucas B | Veröffentlicht am 08.12.2014 | Keine Kommentare
Das richtige Schuhwerk für Kreuzheben ©slacabos, Flickr unter CC BY-ND 2.0 Kreuzheben zu Englisch Deadlift gehört unumstritten zu den wichtigsten Übungen für den Kraft- sowie Muskelaufbau. Für eine saubere Ausführung ist jedoch das richtige Schuhwerk von enormer Bedeutung. In diesem Artikel gehe ich auf die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Schuhwerke ein.

Keine Laufschuhe!

Direkt zu Anfang möchte ich auf das Thema des Laufschuhs im Kraftsport eingehen. Leider kann ich immer wieder Athleten beobachten, welche sich mit Laufschuhen an das Krafttraining machen. Dabei sagt schon die Bezeichnung des Schuhwerks, dass sie für das Laufen und nicht das Heben und Drücken gemacht sind. Somit sind Laufschuhe beim Kreuzheben fehl am Platz. Doch werfen wir einen schnellen Blick auf die Fakten, weshalb diese Art von Schuh nicht für das Training mit schweren Gewichten geeignet ist:

Keine Stabilität

Die Sohle von Laufschuhen ist in der Regel dick und besonders weich, damit der Fuß beim Laufen abgefedert wird. Ganz abgesehen davon ob dies allgemein für den Fuß gesund oder gut ist, gehen hier beide wichtigen Faktoren für das Kreuzheben oder allgemeine Krafttraining verloren. Es werden kein guter Bodenkontakt und keine sichere Stabilität geboten. Zusätzlich sind Laufschuhe an den Zehen abgerundet um beim Laufen besser Abrollen zu können. Durch diesen Faktor wird wiederrum die Stabilität negativ beeinflusst, da der Körper leicht nach vorne fällt.

Schlechte Kraftübertragung

Durch die Beschaffenheit der Sohle und dem daraus resultierenden instabilen Stand kann die Kraft nicht gut übertragen werden. Damit wird auch die Leistung schlechter. Je enger du mit dem Boden in Kontakt stehst, desto besser wird die Kraftübertragung gewährleistet. Der Laufschuh leistet hier das Gegenteil.

Hohes Verletzungsrisiko

Unter dem instabilen Stand leidet auch die Technik. Durch die schlechte Stabilität wird auch das Halten des Gleichgewichts erschwert. Somit entsteht besonders bei höheren Gewichten ein erhöhtes Verletzungsrisiko. Zudem geht auch viel wichtige Konzentration für das Ausbalancieren verloren.

Welche Schuhwerke stehen zur Auswahl?

Nun ist klar, welche Schuhe rausfallen, doch offen bleibt die Frage welche Schuhe nun überhaupt zur Auswahl stehen. Dabei spielt natürlich auch die Frage nach den Anforderungen eine Rolle. Dabei sind besonders drei Punkte von großer Bedeutung:
 
  • Nähe zum Boden
  • Gute Stabilität
  • Sicherer Halt

Für die ersten beiden Punkte, dem nahen Bodenkontakt und eine gute Stabilität, ist eine flache Sohle entscheidend. Je dünner die Sohle ist, desto besser ist der Schuh für das Kreuzheben geeignet. Auch die Hacke sollte an dieser Stelle flach sein. Gewichtheberschuhe sind keine gute Wahl für das Kreuzheben. Da wir auch einen sicheren Halt suchen, sollte es sich um kein loses Schuhwerk handeln. Sicher gibt es auch Hausschuhe oder Schluppen, welche eine dünne Sohle haben. Jedoch sind diese in der Regel offen und bieten keinen sicheren Halt sowie Stand. Ja, ich konnte schon Leute mit Hausschuhen beim Training beobachten. Werfen wir einen Blick auf gut geeignetes Schuhwerk:

Chucks

Chucks sind bei Kraftsportlern sehr beliebt. Dies hat zwei Gründe. Zunächst handelt es sich hier um recht günstiges Schuhwerk und sie erfüllen die oben genannten Faktoren. Chucks haben eine dünne Sohle und bieten somit einen guten Kontakt zum Boden. Zusätzlich ist die Sohle gesamt flach gehalten, womit auch die Hacke in der Nähe des Bodens bleibt. Neben diesen Punkten bietet der Schuh noch einen sicheren Halt. Wobei hier nicht die Slipper* gewählt werden sollten. Diese sitzen lockerer, was zu Problemen beim Halt führen kann. Ob hoch geschnittene oder flach geschnittene Chucks gewählt werden spielt keine Rolle. Als kleiner Tipp muss hier nicht zwangsläufig zu Modellen von Converse oder Vans gegriffen werden. Es gibt auch günstigere Ausführungen bei Deichmann*. Dabei kann der Preis unter 20 € liegen.

Sneaker

Die zweite Möglichkeit stellen Sneaker dar, welche auch ich beim Kreuzheben trage. Hier gibt es eine große Auswahl, wobei jedoch nicht alle in Frage kommen. Ich selbst trage dieses Modell von Lacoste*. Allerdings liegt das nicht darin begründet, dass ich zu den Snobs zähle. Der Schuh sieht bei mir schon sehr abgenutzt aus und ist damit nicht mehr für den Alltag zu gebrauchen. Für das Heben jedoch umso besser. Dieser Schuh verfügt über eine extrem dünne Sohle und bietet somit fast einen direkten Kontakt zum Boden. Zudem ist die Sohle komplett flach gehalten. Bei meinem Modell ist auch der Halt extrem gut, da der Schuh schon recht ausgelatscht ist. Auch dies muss nicht bei jedem Modell der Fall sein. Bei der Auswahl eines Sneakers für das Kreuzheben sollten die obrigen Punkte getestet werden. Meiner Meinung nach sind sogar viele Sneaker besser geeignet als Chucks. Preislich gibt es hier enorme Unterschiede.

Barfußschuhe

Barfußschuhe werden auch für viele ein Begriff sein. Hier wird auch ein enger Kontakt zum Boden geboten. Es ist fast wie ein Training ohne Schuhwerk, weshalb eine gute Stabilität geboten wird. Allerdings wird durch die Sohle noch ein besserer Gripp sowie besseres Bodengefühl gegeben, wodurch ein festerer Stand geboten wird. Damit ist auch eine bessere Kraftübertragung gewährleistet. Sehr bekannt sind hier die Five Fingers von Vibram*. Es gibt auch noch diverse andere Modelle von Barfußschuhen. Mein Favorit ist hier der Evo Pure von Vivobarfoot*, welchen wir auch getestet haben. Vorteil hierbei ist das sehr angenehme Tragegefühl und dass mit diesen Schuhen auch gelaufen werden kann. Daher werden sie auch gerne im Crosstraining getragen. Nachteil dieser Schuhe ist leider der höhere Preis. Daher würde ich eher auf die zuvor genannten Varianten zurückgreifen. Dies gilt besonders, wenn nur Kreuzheben praktiziert wird.

Balettschuhe

Ja, es klingt komisch aber macht durchaus Sinn. Balettschuhe* sind den Barfußschuhen sehr ähnlich. Auch sie bieten einen enorm guten Halt und nach dem Training ohne Schuhe wohl den besten Bodenkontakt. Hier besteht der Vorteil, dass man auch nicht rutscht, da diese Schuhe etwas wie Stoppersocken ausgestattet sind. Nachteil ist natürlich das etwas komische Bild. Günstiger als Barfußschuhe sind sie in jedem Fall.

Kreuzheben ohne Schuhe

Für den besten Bodenkontakt bietet sich natürlich das Training ohne Schuhe an. Jedoch gibt es hier diverse Nachteile und Probleme. Zunächst ist das Trainieren ohne Schuhe in vielen Studios nicht gestattet. Genauso ist es bei Wettkämpfen nicht erlaubt ohne Schuhe beim Kreuzheben anzutreten. Beim Training für das Kreuzheben anders zu trainieren als bei Wettkämpfen halte ich für nicht sonderlich gut. 

Ein Nachteil beim Training ohne Schuhe ist der Halt. Wird hier auf Socken trainiert, so besteht eine gewisse Rutschgefahr. Wenn sollten auch die Socken ausgezogen werden, was häufig zu noch mehr Problemen führt. Aus diesem Grund würde ich eher zu einem oben genannten Schuhwerk greifen.

Kreuzheben mit Gewichtheberschuhen

Auch nicht selten kommt die Idee Kreuzheben mit Gewichtheberschuhen zu praktizieren. Natürlich ist das möglich, jedoch nicht sonderlich sinnig. Erinnern wir uns an die oben genannten Punkte habe ich auf eine komplett flache Sohle verwiesen. Auch die Hacke sollte hier für einen stabilen Stand nicht erhöht sein. Meiner Meinung nach ist das Risiko nach vorne zu Fallen und somit einen instabilen Stand zu haben zu groß. Probleme bei der Mobilität sollte es beim Kreuzheben auch nicht im Bereich der Füße geben. Somit sind Gewichtheberschuhe nicht die richtige Wahl für das Kreuzheben. Diese bekommen ihren Einsatz bei Snatchs und Cleans.

Abschließende Worte

Fassen wir abschließend die Fakten zusammen. Für das Kreuzheben brauchen wir flaches Schuhwerk, bei welchem auch die Hacke flach gehalten ist. Die Sohle sollte möglichst dünn sein um einen guten Bodenkontakt und eine gute Stabilität zu bieten. Durch direkten Kontakt zum Boden wird eine wesentlich bessere Kraftübertragung geboten. Zudem sollte der Schuh einen guten Halt bieten. Hier müssen keine teuren Schuhe angeschafft werden.

Besonders preiswert und auch für den restlichen Einsatz im Training nutzbar sind Chucks*. Ich selbst kann auch Modelle wie den Sneaker von Lacoste* empfehlen. Mein absoluter Favorit bleibt der Barfußschuh Evo Pure von Vivobarefoot*. Für diesen kann ich dir auch den Gutscheincode "XVIC-CRCN-41ER" geben. Über den erhälst du 10% Rabatt im Shop von Vivobarefoot. Diese Modelle stellen auch ein gutes Schuhwerk für Squats dar.

Von Laufschuhen und Gewichtheberschuhen solltest du beim Kreuzheben die Finger lassen.
vgwort
Tags: DasRichtigeSchuhwerkFür, Kreuzheben, Schuhwerk, Equipment Der Artikel wurde von geschrieben und am veröffentlicht.
Geschrieben von Lucas B
Lucas ist einer der Betreiber und Entwickler von buffcoach. Obwohl er im Bereich der IT tätig ist, nehmen Sport und Ernährung einen sehr großen Anteil seines Lebens ein. Er trainiert im Bereich des Kraftsports nach Grundlagen von Crosstraining. Sein Ziel ist es stark und fit zu sein. Eine gesunde Ernährung ist damit eng verbunden. Sein Wissen teilt er auf buffcoach.net im Magazin und Forum.
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