Finger weg von der Beinpresse

Geschrieben von Lucas B | Veröffentlicht am 15.10.2014 | 2 Kommentare
Finger weg von der Beinpresse ©deb roby, Flickr unter CC BY-ND 2.0 Beintraining ist für eine gute Form sowie funktionelle Kraft enorm wichtig. Auch wenn viele immer noch kein Training für die Beine absolvieren sollte dies schon recht verbreitet sein. Leider gibt es da noch einen zweiten Fehler, welchen viele begehen. Sie setzten sich auf die Beinpresse!

Die Probleme der Beinpresse

Auch die Beinpresse unterscheidet sich nicht von den modernen Fitnessgeräten. Sie ist ebenfalls einer der unnötigen und überteuerten Ausrüstungsgegenstände in vielen Studios. Da ist auch der Grund, weshalb sie keinen Platz in einer Crosstraining Box oder einer funktionellen Gym findet.

Somit werden auch bei der Beinpresse sämtliche wichtige Nebenmuskeln nicht gefordert. Die Beine werden isoliert trainiert. In Folge dessen kann natürlich extrem viel Gewicht bezwungen werden, was jedoch mehr Schein als Sein ist. Wer 300 Kg an der Beinpresse bewegt hat noch lange keine starken Beine. Oftmals können diese Personen nicht einen Squat (Kniebeuge) sauber ausführen. Kurz um: Die Beinpresse ist alles andere als funktionell.

Mit diesem Punkt verbunden ist auch ein gesundheitlicher Faktor. Da die Beinpresse sehr viel Gewicht erlaubt und ermöglicht, besteht hier eine höhere Verletzungsgefahr. Die Beine werden zunächst extrem unnatürlich und stark belastet, was nicht wirklich gut ist. Natürlich gibt es auch einige Athleten, welche beim Squat viel Gewicht bewegt bekommen, doch bei ihnen ist auch die notwendige Stützmuskulatur gut ausgeprägt. Durch diese Muskeln wird Verletzungen vorgebeugt. Mit durch das oft zu hohe Gewicht bei vielen Auführungen der Beinpresse, jedoch auch durch die recht unnatürliche Haltung, wird dem Rücken nichts Gutes getan. Wer schon viel Gewicht bei der Beinpresse bewegt hat, wird vermutlich nachvollziehen können, wovon ich spreche.

Wann macht die Beinpresse Sinn?

Nun stellt sich die Frage warum es die Beinpresse überhaupt gibt. Dazu gibt es zwei Antworten. Zunächst leben Fitnessstudios von schönen und überteuerten Fitnessgeräten. Mit diesen werden die Kunden gelockt und zur Anmeldung bewegt. Von den wirklich effektiven und praktischen Trainingsgeräten wie den Freihanteln, einer richtigen Klimmzugstange oder auch Gymnastikringen lassen sich die meisten leider kaum beeindrucken. Viele Geräte wirken oft eindrucksvoller. Leider ist den meisten Studios der Erfolg der Mitglieder auch nicht mehr ganz so wichtig. Es geht immer mehr um die Vermarktung und somit den Gewinn. Qualität wird hier durch kommerzielle Faktoren besiegt.

Es gibt jedoch auch ein sinnvolles Einsatzgebiet für die Beinpresse. Jedoch kann ich hier schon direkt sagen, dass diese für die wenigsten interessant ist. Besonders für die funktionellen Athleten und Crosstrainingter spielt das keine Rolle. Im Bereich des Bodybuildings macht es durchaus Sinn die Beinpresse zu verwenden. Jedoch auch eher dann, wenn der Weg auf die Bühne führen soll. Mit der Beinpresse können durch bestimmte Stellungen ganz bestimmt Muskeln angesprochen und trainiert werden. Für das Aussehen und besonders den Wettkampf im Bodybuilding mag das interessant sein. Mit Funktionalität hat das jedoch nichts mehr zu tun.

Alternative zur Beinpresse

Wie soll denn nun statt an der Beinpresse trainiert werden? Die Lösung ist einfach: Macht Squats! Der Squat oder zu Deutsch die Kniebeuge ist eine der wichtigsten und funktionellsten Übungen überhaupt. Der Squat gehört auch zu den natürlichsten Bewegungen des Menschen. Durch die Evolution und den modernen Alltag ist dieser nur immer mehr verkümmert. "Use it or lose it" heißt hier das Motto. Immer wieder lässt sich im Studio beobachten, dass Leute nicht mehr in der Lage sind zu squatten. Dabei handelt es sich um eine ganz normale Bewegung, welche schon beim hinsetzten zum Einsatz kommt. Bei vielen gehen die Fersen hoch, brechen die Knie ein oder der Rücken klappt zusammen. Wer wirklich starke Beine bekommen möchte, muss Squats machen.

Für alle, die nicht direkt in der Lage sind eine Kniebeuge auszuüben gibt es hier viele Alternativen. Doch in jedem Fall sollte der Weg zur Kniebeuge in Angriff genommen werden. Es gibt viele Übungen, welche auf den Squat vorbereiten, für welche keine Maschinen notwendig sind. Dazu gehören zum Beispiel die Ausfallschritte (engl. Lunges). Wer nicht direkt mit Gewicht bei der Kniebeuge zurechtkommt kann auch durchaus ohne Gewicht starten und die Bewegung üben. Auch Teilbewegungen des Squats können hier Helfen und Fortschritte bringen.

Vorteile der Squats

Im Vergleich zur Beinpresse kann bei Squats deutlich weniger Gewicht bewältigt werden. Die Beinpresse erlaubt meist sogar mehr als das doppelte an Beladung. Jedoch ist nicht immer das Gewicht ausschlaggebend, sondern viel mehr die Übung und Ausführung. Der Vorteil der Squts liegt eindeutig in der Funktionalität und auch Komplexität.

Der Squat kommt in vielen Bereichen des täglichen Lebens zum Einsatz. Schon beim Hinsetzten wird ein Squat ausgeübt. Auch beim Hocken speilt die Kniebeuge eine große Rolle. Somit erleichter der Squat den Alltag in vielen Punkten. Sogar das Spielen mit den Kindern wird so leichter. Ein lustiges Beispiel sind auch die Toiletten in Frankreich oder Asien. Sicherlich hat diese jeder schon gesehen. Dort wird das Geschäft im Hocken verrichtet. Wer keinen Squat kann, bekommt in diesen Regionen sogar Probleme beim Stuhlgang.

Fazit

Wer sich nicht im Bereich des Bodybuildings bewegt und somit wohl kaum seinen Körper auf der Bühne präsentieren möchte, sollte die Finger von der Beinpresse lassen und auf die funktionelle Variante des Beintrainings setzten. Durch die Komplexität wird auf wirklich starke Beine trainiert. Der Squat trainiert nicht nur die komplette Nebenmuskulatur, sondern bietet auch sehr viele Vorteile im täglichen Leben. Festzuhalten bleibt: Die Beinpresse hat nichts mit Crosstraining oder funktionellem Training zu tun. Somit hoffe ich, dass die Beinpresse für alle funktionellen Sportler Geschichte wird und ich bald mehr Kniebeugen sehe.
 
vgwort
Tags: Kniebeuge, Squat, Beinpresse, Funktionalität Der Artikel wurde von geschrieben und am veröffentlicht.
Geschrieben von Lucas B
Lucas ist einer der Betreiber und Entwickler von buffcoach. Obwohl er im Bereich der IT tätig ist, nehmen Sport und Ernährung einen sehr großen Anteil seines Lebens ein. Er trainiert im Bereich des Kraftsports nach Grundlagen von Crosstraining. Sein Ziel ist es stark und fit zu sein. Eine gesunde Ernährung ist damit eng verbunden. Sein Wissen teilt er auf buffcoach.net im Magazin und Forum.
Kommentare, Meinungen & Ergänzungen
15.10.2014 10:11
Forenbeiträge: 0
Kommentare: 2
Daumen erhalten: 0
Daumen verteilt: 0
Dabei seit: 10.05.2014
WODs durchgeführt: 4
Profiltyp: Mitglied
 richtiger artikel jedoch Rechtschreibfehler:


"......natürlichsten Bewegungen des Menschens. Durch die Evolution und den modernen Alltag ist dieser nur immer mehr verkümmert. "Use it or lose it"....... "
15.10.2014 10:17
Forenbeiträge: 1019
Kommentare: 272
Daumen erhalten: 96
Daumen verteilt: 44
Dabei seit: 01.01.2012
WODs durchgeführt: 251
Profiltyp: Mitglied
Danke dir. Den Fehler habe ich korrigiert.
Anmelden und kommentieren

oder als Gast kommentieren

Name:
E-Mail:
Diese Webseite nutzt Cookies. Durch die Nutzung stimmst du dem gemäß unserer Datenschutzerklärung zu.OK
ImpressumDatenschutzÜber uns*Affiliate Link