Kalorienzählen - Pro & Contra

Geschrieben von Lucas B | Veröffentlicht am 11.04.2016 | Keine Kommentare
Kalorienzählen - Pro & Contra - Diskussion © Eigentümer des Fotos:stevepb, Pixabay Besonders in der Fitnesswelt spielt die Ernährung eine extrem große Rolle. In dem Zusammenhang ist auch das Zählen der Kalorien sehr verbreitet. Das Vorgehen wird auch als kalorientracking bezeichnet. Das Thema ist meiner Meinung nach zwiespaltig zu betrachten. Daher möchte ich in diesem Artikel die Pros sowie Contras zum zählen der Kalorien zusammenfassen. Anschließend gibt es auch eine Zusammenfassende Meinung von meiner Seite.

Pros - Argumente für das Kalorienzählen

Das Gute soll doch immer an erster Stelle genannt werden, so beginnen wir den Artikel mit einer Sicht auf die Argumente für das Kalorienzählen.

Energiebilanz entscheidet

Für das Zählen der Kalorien spricht eindeutig, dass es funktioniert. Das ist auch kein Zauberwerk, sondern beruht auf logischen Fakten. Das Prinzip der Energiebilanz beruht auf zwei oder eher schon einer einfachen Regel:
 
  • Nimmst du mehr Kalorien auf als du verbrauchst, so nimmst du zu.
  • Nimmst du weniger Kalorien auf als du verbrauchst, so nimmst du ab.

Somit sollte recht logisch sein, dass das Prinzip des Kalorienzählens aufgeht. In diesem Zusammenhang lässt sich auch das Ernährungskonzept IIFYM erwähnen. Ausgeschrieben "i fit fits your macros".

Besseres Gefühl für Nahrungsmittel und Mengen

Wesentlich interessanter finde ich jedoch den Punkt des Gefühls für Ernährung. In meiner Laufbahn als Sportler bin ich schon in etliche interessante Gespräche verwickelt gewesen. Dabei ist mir immer wieder ein mangelndes Gefühlt für Nahrungsmittel aufgefallen. Man sollte meinen, dass wir über unsere Ernährung Bescheid wissen, doch der Schein trügt.

Einer Menge Menschen fehlt es schon an Grundlagen und Wissen über Nahrungsmitteln. Sie können dir nicht sagen was Energiedichte Lebensmittel sind und welche Lebensmittel nur wenige Kalorien auf große Masse bringen. Ein interessantes Beispiel im Rahmen von natürlichen Nahrungsmitteln wären Nüsse und oft auch die Avocado. Immer wieder lässt sich hören "Ich esse viele Nüsse. Das ist doch gesund". Ja, Nüsse sind gesund. Aber in Maßen und nicht in Massen. Eine Tüte Nüsse kann schon den Tagesumsatz so mancher Frau sprengen. Ebenso bei Avocado. Auch diese Frucht ist gesund. Im Schnitt liefern ##LINK:ccid:19634#100 Gramm Avocado jedoch 160 Kilokalorien#.

Damit kommen wir neben der Kaloriendichte zu einem weiteren Punkt, welcher für viele nicht klar ist: Die Menge. Denn eine Avocado wiegt nicht 100 Gramm, sondern locker 150 Gramm. So summieren sich die Kalorien. Besonders im Punkt Müsli, nett auch Cerealien genannt, ist dieses Phänomen stark vertreten. Eine Müsli-Mahlzeit wird schnell zu einem Hyperkalorien Mahl. Das Thema habe in schon in einem separaten Artikel über die Werbelüge zum Müsli behandelt.

Durch das Tracken der Ernährung wirst du ein wirklich besseres Gefühl für Nahrungsmittel bekommen und lernen Mengen deutlich besser abzuschätzen. Auch wenn es für viele zu den Basics zählen fällt mir immer wieder diese Unwissenheit auf. Besonders durch neuartige und stark verarbeitete Nahrungsmittel wird dieses Problem noch stärker. Auch müssen wir den bei uns gegebenen Überschuss berücksichtigen. Da können wir kurz zurück zum Thema Nüsse. In der Natur lassen sich Nüsse nicht jederzeit in 200 Gramm Packungen im Supermarkt erwerben. Auf natürliche Weise sind diese Mangelware und Luxus. Ebenfalls ein Punkt, welcher vielen nicht bewusst ist. Ich merke schon, dass ich zu diesem Thema einen eigenen Artikel verfassen könnte.

Snacken unter Kontrolle

Als dritten Punkt für das Kalorienzählen wäre noch das Snacken zu nennen. Hier wird viel Energie unbewusst konsumiert und in der Regel sind sogar besonders die Snacks zwischendurch die eher ungesunden Nahrungsmittel.

Primär wird jetzt jeder an Süßigkeiten in Form von Schokoriegeln, Gummibärchen oder Keksen denken. Auch die meine ich natürlich. Doch auch gesunde Snacks können sich ganz schön stark auf die Energiebilanz auswirken. Denn meist wird bei Snacks zu Nahrungsmitteln mit einer hohen Energiedichte gegriffen. Auch hier wieder die von oben schon bekannten Nüsse. Schnell zur Hand, sofort im Mund und Kalorien auf dem Konto.

Den meisten ist nicht bewusst, wie viel sie in der Zwischenzeit zulangen. Die Summe macht hier meist das Gift. Du kannst auch mal bekannte oder Arbeitskollegen beobachten und dir wird das Phänomen auffallen. Wenn du es dir bewusst vors Auge führst fällt es auf.

Contra - Argumente gegen das Kalorienzählen

Kommen wir zu den Argumenten gegen das Zählen von Kalorien um den Artikel auch zu einer Diskussion mit Abwägung zu machen.

Das Problem Tagesbedarf

Der Tagesbedarf. Jedem wird das Wort ein Begriff sein. Erst recht wenn du dich schon mit der Thematik des Kalorienzählens auseinandergesetzt hast kommt dir der tägliche Kalorienbedarf sicher aus dem einen oder anderen App, Webseite oder auch Software bekannt vor. Meistens wird hier ein theoretischer Wert ermittelt, welcher jeden Tag gleich ist. Ausgenommen sind hier die neuen Fitnesstracker, welche zum Teil auch den wirklichen Kalorienbedarf pro Tag ermitteln.

Unser Körper verbraucht nicht täglich die gleichen Mengen an Kalorien. Wir betätigen uns von Tag zu Tag unterschiedlich womit der Bedarf variiert. Hast du einen Tag schwer trainiert hast du mehr verbraucht, als wenn du nur faul auf der Couch gesessen hast. Selbst bei Trainingstagen oder aktiven Tagen fällt der Verbrauch immer anders aus. Der Bedarf sollte vielmehr auf einen längeren Zeitraum, also mehrere Tage gelegt werden. Im besten Fall an die Tage angepasst. Doch selbst mit ein wenig Defizit an einem Tag wirst du nicht in die katabole Hölle fahren oder Unmengen an Gewicht verlieren. Unser Körper ist hier schon etwas schlauer und kann sich die Energie einteilen. Problematisch wird es erst, wenn du ein Defizit oder Überschuss über längere Zeit fährst. Wobei das natürlich in bestimmter Form auch deinen Zielen helfen kann. Stichworte Diät und Aufbau.

Wenn du also keinen Fitnesstracker verwendest solltest du diesen Punkt definitiv im Auge behalten. Wobei es auch bei der Berechnung über die Fitnesstracker Punkte zu beachten gibt. Diese Thematik habe ich in meiner Stellungnahme zum Test der Fitnesstracker der Stiftung Warentest behandelt.

Kalorie ist nicht Kalorie

Beim Zählen der Kalorien wir jede Kalorie als Zahl gewertet. Dabei spielt das Nahrungsmittel direkt keine Rolle. Gerechnet wird über die Makronährstoffe Kohlenhydrate, Protein und Fett. Dabei werden den Kohlenhydraten und Proteinen pro Gramm etwa 4,1 Kilokalorien zugeordnet und Fett mit 9,3 Kilokalorien verrechnet. Zur Vollständigkeit wird Alkohol pro Gramm mit 7,1 Kilokalorien zu Buch getragen.

Hierbei wird jedoch nicht bedacht, dass nicht jede Kalorie gleich einer Kalorie entspricht. So gibt es zum Beispiel beim Fett unterschiedlich lange Fettsäuren, welche unterschiedlich verwertet werden. Auch der thermogene Effekt wird bei diesem Konzept außen vor gelassen. Damit unser Köper Nahrung verarbeiten kann muss er Energie aufbringen. So verbraucht er auch schon für das Verwerten von Nahrung Kalorien wobei wärme entsteht. Viel tiefer möchte ich in das Thema jetzt auch nicht einsteigen, es sollte jedoch als Argument gegen das Kalorienzählen nicht vergessen werden. Auch wenn einige sagen mögen, dass dieser Effekt gering ist, so existiert er definitiv.

Ungenauigkeiten

Neben diesem Punkt muss auch die Ungenauigkeit berücksichtigt werden. Besonders bei Naturprodukten ist das ein Problem. Hier gibt es zwar offizielle Messungen, welche auch wir in unserer Datenbank verwenden, doch auch diese unterliegen Schwankungen. Vielmehr handelt es sich um Richtwerte. Nicht jede Banane auf der Welt ist exakt gleich. Auch hat nicht jeder Apfel gleich viel Wassergehalt, was gut am Kaloriengehalt drehen kann.

Aber nicht nur Naturprodukte sind von diesem Punkt betroffen. Auch in verarbeiteten Nahrungsmitteln kann und wird es zu Abweichungen kommen. Zumal auch diese zum Großteil aus natürlichen Produkten bestehen. Es handelt sich lediglich um Proben, welche für die Ermittlung verfeuert wurden. Zudem können mach Angaben auch aus der Kombination von Naturprodukten beruhen. Der Aufdruck ist somit schön, aber nicht immer zu 100% genau. Das solltest du im Hinterkopf haben.

Zeitaufwand & Realitätsverlust

Das Kalorienzählen bedeutet eine Menge Arbeit. Jede Mahlzeit muss erfasst und dokumentiert werden. Wenn du genau zählst, so wirst du deine Nahrung auch abwiegen. Ein wirklich zeitaufwändiger Prozess. Hier geht auch etwas der Spaß verloren.

Damit wären wir auch schon bei einem eng verbundenen Punkt: „Kalorienzählen kann verrückt machen“. Du genießt dein Essen nicht mehr sondern Denkst nur noch an die Kalorien und das Aufzeichnen von diesen. Das mag verrückt klingen, doch aus eigner Erfahrung kann ich diesen Punkt bestätigen. Du setzt dich unter Druck und versuchst exakt die Kalorien einzuhalten und beißt dich fest. Der Körper wird als reine Maschine gesehen, die eine genau abgewogene Menge Sprit braucht.

Zusammenfassung & Meine Meinung

Nach dem letzten Absatz und der Anekdote aus meinem Leben mag man meinen, dass ich persönlich das Kalorienzählen verteufle und niemanden zu dem Thema raten würde. Doch das ist nicht der Fall. Im Gegenteil bereue ich nicht eine Zeit lang meine Ernährung wirklich recht genau aufgezeichnet und verfolgt zu haben. In dieser Zeit habe ich viel über Ernährung und Nahrungsmittel gelernt. Ich habe ein Gespür für Mengen und Kaloriengehalt entwickelt. So kann ich mittlerweile recht gut einschätzen welche Mahlzeit wie viele Kalorien liefert und was drin ist. An dieser Stelle solltest du dich an meine Argumente für das Kalorienzählen erinnern.

Persönlich würde ich jedem Raten einmal in seinem Leben die Ernährung aufzuzeichnen um ein besseres Bewusstsein für das Thema zu entwickeln. Besonders im Zeitalter des Überschusses von allem und der industriellen Verarbeitung ein wichtiger Punkt. Nutze die schönen Nährwerttabellen auf den Packungen und lerne sie zu lesen. Entwickle ein auch ein Gefühl für Mengen und Nahrungsmittel.

Ebenso rate ich aber auch jedem davon ab das komplette Leben die Kalorien zu zählen. Wie ich schon im letzten Argument gegen das Kalorienzählen angesprochen habe kann es zu Realitätsverlust kommen. Du kannst dich verrückt machen und komplett den Spaß an der Ernährung verlieren. Dabei sollte Essen in meinen Augen Spaß machen. Es ist auch ein gesellschaftlicher Faktor, welcher nicht unterschätzt werden darf. Gemeinsames Essen verbindet. Natürlich spricht nichts gegen ein Konzept und gewisse Grundsätze bei der Ernährung. Auch ich habe welche davon. Doch solltest du dich nicht davor scheuen auch mal Essen zu gehen und das Essen nicht rein in Zahlen zu sehen. Ein grobes Bewusstsein wird dir hier enorm helfen.

Auch solltest du nicht deinen Stand in der Fitnesswelt vergessen. Ich glaube nicht, dass du ein Profilsportler bist oder dich beim Bodybuilding auf der Bühne profitierst. Besonders beim Bodybuilding macht es durchaus Sinn, doch auch nur wenn du die Ziele verfolgst.

Bevor ich mich jedoch komplett verzettle: Probiere das Zählen von Kalorien über einen Zeitraum aus. Entwickle ein besseres Bewusstsein für Mengen und Nahrungsmittel. Aber beiß dich nicht in diesem Konzept fest!

Wenn du dich bei uns registriert hast findest du auch einen Bereich in welchem du deine Ernährung dokumentieren kannst. Dort findest du auch eine Auswertung über mehrere Tage. Entstanden ist das in jener Zeit, wo ich meine Kalorien gezählt habe. Doch auch noch heute nutze ich das Tool um manche interessante Zusammenstellung zu sehen. Kalorientabellen zu sämtlichen Nahrungsmitteln findest du ebenfalls in unsere Datenbank. Als letztes möchte ich noch auf unseren Vergleich von Nahrungsmitteln verweisen, welcher bei der Entwicklung für ein besseres Gefühl helfen kann.
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Tags: Kalorien, Kalorienzählen, Diskussion Der Artikel wurde von geschrieben und am veröffentlicht.
Geschrieben von Lucas B
Lucas ist einer der Betreiber und Entwickler von buffcoach. Obwohl er im Bereich der IT tätig ist, nehmen Sport und Ernährung einen sehr großen Anteil seines Lebens ein. Er trainiert im Bereich des Kraftsports nach Grundlagen von Crosstraining. Sein Ziel ist es stark und fit zu sein. Eine gesunde Ernährung ist damit eng verbunden. Sein Wissen teilt er auf buffcoach.net im Magazin und Forum.
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